Wohnsiedlung Salzweg

Die jüngsten baulichen Entwicklungen Zürichs erfassen zunehmend auch die Stadt der Siedlungen, jene weite – “aufgelockerte“ – Stadt der Steinerschen Ära, die nach 1948 exemplarischin bis heute sichtbarer Einklang von alter Besiedelungen, durchgrünten Zeilenbauten mit geringer baulicher Dichte an den Rändern der Stadt hervorbrachte. Wegweisend und für unsere Aufgabe in Altstetten ein Brennpunkt, sind die öffentlichen Freiräume, die schon früh in den Freihalteflächen der Bau und Zonenordnung der Städte Zürich ihre Absicherung gefunden haben. Insbesondere sind es die topographischen Übergange zu den Wäldern auf den Hügelketten, die diese kollektiven Lebenswelten der Kleingartenkulturen, Sportanlagen und Erholungsräume prägen und zunehmend auch in der gegenwärtigen Lebensweise enorme Attraktivität aufweisen.

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Unser Interesse gilt der Entwicklung einer verdichteten Zeilenbauweise, die mit T-förmig ausformulierten Eingangskörpern zur Rautistrasse an der nördlichen Seite und kollektiven Terrassen zur Freihaltezone, diesen Baubauungstyp an den öffentlichen Räumen verortet. Eine Aufteilung in Straße – Gebäude - Grünfläche garantiert, wie Hermann Mattern in seinem Text Aktive Gärten beim sozialen Wohnungsbau hervorhebt, die notwendige Bebauungsdichte und zugleich ausreichende Durchlüftung der Wohngebiete ohne allerdings eine angenehme Wohnatmosphäre hervorzubringen. Seiner Kritik an den hübsch angelegten «Leer»-flächen fordert nicht nur eine Überwindung des «passiver» Garten, sondern räumliche Zuordnungen und Massstäblichkeit. Die diagonalen Bewegungen der chaussierten Wege folgt nicht nur den Regeln der minimalisierten Steigung sondern verändert durch die Bewegung laufend Richtungsweise, Raumfolge und Horizont. Die Wege leiten die Bewegungen in die Raumkammerungen die vorgelagert vor dem Gemeinschaftsraum, den einzelnen Velo- und Waschräumen liegen und zugleich Nebenein- und Ausgänge aus den inneren Hallen bilden.

Die Erschließungen der Kopfartig abgeschlossenen Zeilen erfolgen sowohl zu Fuss als auch mit dem Velo direkt von der Rautistrasse und enden am anderen Ende in einer gemeinsamen Loggia, die den Austritt zu den Grünanlagen erlaubt. Verwandt mit dem Wohnungsbau in Miremont-Le Cret von Marc Saugey ist das System der Erschliessung nicht unmittelbar an die Wohntypologie gebunden; weder ein Mittelgangtyp von Häring, oder den offenen Laubengang Scharouns noch die rue intérieure Le Corbusiers, vielmehr eine lineare, gediegene Eingangshalle im Basement, die sich unter die Wohnungen schiebt. Mit ihren räumlichen Ausweitungen entwickelt sie Kombinatoriken, die eine vierspännige Vertikalerschliessung hoher Dichte mit Ateliers, Gemeinschaftsräumen und Waschküchen verbindet und die inneren Hallen als Orte der Begegnung und des Verweilens ausbildet.

ORT: Zürich

WETTBEWERB: 2020

BAUHERR: Stadt Zürich

 

MEILI, PETER & PARTNER ARCHITEKTEN:
Markus Peter, Christoph Erni, Roman Pfister, Ansgar Kellner, Samuel Imbeck

LANDSCHAFTSARCHITEKTUR:
Müller Illien Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich

BAUINGENIEUR:
WaltGalmarini AG, Zürich

BAUMANAGEMENT:
Archobau AG, Zürich

BAUPHYSIK, NACHHALTIGKEIT:
Gartenmann Engineering AG, Luzern